Krankenexamen (homöopathisch)

Grundlagen

Die Homöopathie wurde von dem Arzt und Chemiker, Samuel Hahnemann (1755 – 1843) begründet. Dieser verzweifelte an den damals üblichen Behandlungsmethoden, wie Aderlass, Schröpfen, Verordnungen von giftigen Substanzen, und Vieles mehr. Da er seinen Patienten nicht weiter schaden wollte, gab er vorübergehend seinen Arztberuf auf. Nach jahrelangem Forschen, vielen schlaflosen Nächten und allerlei Selbstversuchen an sich, seinen Familienmitgliedern und Freunden stieß er über seinen inzwischen berühmt gewordenen „Chinarindenversuch“ auf ein Naturgesetz, das Ähnlichkeitsgesetz. Dieses lautet: „Similia similibus curentur“ – „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“. Samuel Hahnemann veröffentlichte dieses Gesetz und vervollständigte es 1810 in seinem Hauptwerk, das „Organon der rationellen Heilkunde“ mit 294 Paragrafen. In diesem heute noch für alle Homöopathen gültigem Standardwerk – die 6. Auflage wurde erst 1921 veröffentlicht – sind alle Grundsätze und Gesetzmäßigkeiten der Homöopathie ausführlich beschrieben. Ein ausführliches Studium des Organons führt zur Erkenntnis, dass die Homöopathie aus vielen verschiedenen Lehren, die auch heute noch gültig und höchst aktuell sind.

Anwendung

Am Anfang jeder homöopathischen Behandlung steht immer eine ausführliche Anamnese, diese dauert in chronischen Fällen 1-2 Stunden. Nach dem Spontanbericht durch den Patienten wird in einem Zeitstrahl (von der Geburt bis zur Gegenwart) alle gesundheits- und krankheitsrelevanten Parameter erfasst, wie akute oder chronische Erkrankungen und ihre Behandlungen oder unterdrückende Therapien, Impfungen, Krankenhausaufenthalte, Operationen usw. Die von den Patienten mitgebrachten Befunde, Impfpässe, Auflistungen der eingenommenen Medikamente ergänzen die Informationen. Manche der homöopathischen Kollegen verwenden zusätzlich sogenannte Chronologie-Fragebögen (Zeitstrahlerfassung) und Familienanamnesefragebögen, bei denen schnell die familiär vorliegenden Belastungen (z.B. wie Diabetes, Krebs, rheumatische Erkrankungen, Tuberkulose, psychiatrische Erkrankungen) ersichtlich werden. Die Erfahrungen vieler miasmatisch arbeitender Homöopathen zeigten, dass zu einem großen Prozentsatz familiäre Belastungen über Kreuz an die Kinder weitergegeben werden (vom Vater auf die Töchter, von der Mutter auf die Söhne). Dies findet ebenso bei der Ausarbeitung der Krankheitsgeschichte Berücksichtigung, wie auch das zum Schluss durchgeführte „Kopf-Fuß-Schema“, um alle wichtigen und relevanten Symptome des Patienten zu erfassen. Nach der Anamnese erfolgt die Ausarbeitung der Falldokumentation. Hierzu werden meist die üblichen homöopathischen Repertorien hinzugezogen.

Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Renate Krause (Heilpraktikerin für Homöopathie und Mismatik) zur Verfügung gestellt – www.homoeopathie-krause.de.