Augendiagnose

Bis zur Erfindung der Spaltlampe kam zur Begutachtung der Iris (Regenbogenhaut) eine vierfach vergrößernde, verzerrungsfreie Lupe zum Einsatz. Für eine Diagnose werden Wimpern, Lidränder und Augenlider, Bindehaut, Iris sowie Pupille und Pupillenrand begutachtet, wobei die größte Bedeutung der Farbe, Dichte und Struktur der Regenbogenhaut zukommt. Damit lassen sich Informationen über körperliche Gesamtkonstitution des Patienten, seinen Energie- und Stoffwechselhaushalt, Krankheitsanfälligkeit und -ort, sein spezifisches Reaktionsmuster sowie auslösende Vorraussetzungen und die krankhaften Beziehungen der individuellen Systeme zueinander gewinnen. Die Augendiagnose lässt sich mit allen anderen diagnostischen Verfahren koppeln.

Das Auge wurde bereits in der Antike durch die Hippokratiker und auch später bei Meyens und Hildegard von Bingen zu Diagnosezwecken miteingebunden. Die Augendiagnose, wie sie heute praktiziert wird, wurde von dem Ungarn Ignaz von Peczely in die Heilkunde eingeführt. Seine erste Publikation zu diesem Thema „Anleitung zum Studium in die Diagnose aus den Augen“ wurde 1880/81 veröffentlicht. Die neue Methode stieß besonders in Deutschland auf reges Interesse und wurde dort im Laufe der Zeit signifikant weiterentwickelt. Bedeutende Augendiagnostiker sind u.a. Anderschou, Angerer, Baumhauer, Broy, Deck, Felke, Flink, Kleeblatt, Kriege, Liljequist, Lindemann, Madaus, Schnabel, Schulte, Struck und Zähres.