Dunkelfeldmikroskopie

Erste Anzeichen für das mögliche Aufkommen von Funktionsstörungen und akuter oder chronischer Erkrankungen lassen sich mittels Blutuntersuchung feststellen. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Protein-Überbelastung, veränderte Blutzellen oder Viskosität handeln. Für die Dunkelfelddiagnose wird lediglich ein Blutstropfen aus der Fingerspitze entnommen und kann direkt im Anschluss unter dem Mikroskop in bis zu tausendfacher Vergrößerung begutachtet werden. Dabei wird insbesondere auf Aussehen, Größe, Anzahl und Beweglichkeit der weißen und roten Blutkörperchen sowie auf die Kerneiweißpartikel geachtet. Dieses Vorgehen wird innerhalb bestimmter Zeitabstände wiederholt, um Aufschluss über die jeweilige Beschaffenheit und die qualitativen Veränderungen der der Blutbestandteile und -zellen analysieren und auswerten zu können. Somit kann einerseits Aufschluss über bestehende Anfälligkeiten bzw. die Krankheitsbereitschaft des Organismus als auch Informationen über Belastungen und Störungen im Stoffwechsel gewonnen werden. Zudem können mittels einer längeren mikroskopischen Begutachtung über vier bis acht Stunden ein Urteil über die allgemeine Reaktionsfähigkeit von Blut und Organismus, die Abwehrfunktion der Körpers, etwaige Störfelder, Krankheitsherde, oder latente Infektionen, Belastungen der Stoffwechselorgane (Darm, Leber etc.) sowie die Verschlackungs- und Stoffwechselsituation und die Sauerstoff- und Blutversorgung des Gewebes getroffen werden.

Mit der Dunkelfelddiagnose ist es nicht nur möglich, die Krankheitssbereitschaft frühzeitig zu erkennen, den Ursprung vorhandener Leiden auszumachen und Aufschluss über die gesamte Stoffwechselsituation zu gewinnen, sondern ebenfalls zu beobachten, ob eine laufende Behandlung Wirksamkeit zeigt. Somit eignet sie sich gut als Ergänzung zu anderen Diagnoseverfahren und wegen seiner Kontrollfunktion auch zum begleitenden Therapieeinsatz.

Besonders verdient machte sich Prof. Dr. Günther Enderlein, der u.a. als Baktieriologe und Zoologe tätig war. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann er, vitales Blut zu untersuchen und entwickelte dabei die Dunkelfeldmethode, indem er nicht die Hellfeldmikroskopie anwandte, sondern mittels einer anderen Art der Beleuchtung des Objektträger arbeitete. Der entscheidende Vorteil war, dass so Mikroorganismen sichtbar werden, die sich zuvor nicht ausmachen ließen. Dass diese in Symbiose zu den roten Blutkörperchen im menschlichen Blut stehen, gilt als Meilenstein in der medizinischen Geschichte.